
Christliche Google-Anzeige
Als ich heute bei Youtube bei nahe unbewusst auf ein featured Video klickte, bin ich auf etwas gestoßen, was ich bereits einmal erdacht, bisher aber nicht für möglich gehalten hatte. Es handelt sich um das Video „Running on Water!“, in dem der Protagonist über ein offenbar mit einer durchsichtigen Plastikplane bedecktes Schwimmbecken läuft.
Daneben erschien dann, Kontextsensitivität sein dank, natürlich eine passende Google-Anzeige (s. Bild). Nach dem Klick auf die Anzeige fand ich mich auf einer entsprechenden Landingpage wieder. Ich möchte diese Kampagne nun konzeptionell und grafisch nicht im Detail analysieren und bewerten. Jedoch lassen nicht zuletzt die eindeutigen Call-to-Actions erkennen, dass die Verantwortlichen dies nicht erst seit gestern machen.

Die Landingpage
Schließlich landet man dann auf der Website gottkennen.jesus.net, (welche ich aus Prinzip nicht verlinkt habe), wo man im Idealfall ein Kontaktformular ausfüllen soll.
Ob es sich bei dem „Werbetreibenden“ nun der offiziellen Definition nach tatsächlich um eine Sekte handelt oder nicht, sei einmal dahingestellt. Daran, dass die ganze Kampagne recht seltsam anmutet, besteht für mich jedenfalls keinerlei Zweifel.
Wenn man auf der Seite mit dem Youtube-Video übrigens ein paar Mal F5 (= Reload) drückt, gewinnt man u.a. noch weitere Eindrücke christlicher Werbung, ebenfalls mit entsprechenden, zweifelhaften Landingpages.
Nun ist es also soweit, und die vom Mitgliederschwund gebeutelten Kirchen entdecken das Online-Marketing für sich. In diesem nicht unbedingt für seine Innovationskraft bekannten Wirtschaftszweig, eine durchaus innovativ Idee, wenn in diesem Fall auch sehr zweifelhaft umgesetzt.
Sale! Jesus als Produkt, Glaube als Dienstleistung
Dabei drängt sich mir die Frage auf, ob sich ein religiöser Glaube überhaupt wie ein Produkt oder eine Dienstleistung vermarkten lässt, bzw. ob man eine Religion überhaupt (auf diese Weise) vermarkten sollte. Oder, falls ja, ob man diese religiösen Inhalte überhaupt anders vermarkten könnte. Ich möchte weder den Moralapostel mimen, noch für oder wider das Christentum oder Religion im Allgemeinen Partei ergreifen. Jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass seriösen Gläubigen das Herz blutet, wenn sie sehen, wie ihr Allerheiligstes, ihr Glaube und ihr Erlöser mittels einschlägigen Marketingmaßnahmen herabgewürdigt werden zu einer simplen Ware; allem möglicherweise missionarischen Eifer zum Trotz.
Ich würde mich sehr freuen, wenn der einer oder andere, gern auch Kirchenvertreter oder Jesusfreak, der dieses Weges kommt, seine Einschätzung der Dinge über die Kommentarfunktion mit uns teilt.
Jesus For Sale! Kuriose Online-Werbung einer Sekte verleiht dem Thema Conversion-Optimierung eine neue Dimension,

