Bei dem folgenden Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag der Redaktion der Zeitschrift INTERNETHANDEL.
Erfolgsorientierte und engagierte Online-Händler sind in den letzten Jahren verstärkt auf die zahlreichen Möglichkeiten aufmerksam geworden, die das soziale Netzwerk Facebook im gewerblichen Bereich bietet. Facebook zählt weltweit zu den größten, beliebtesten und bekanntesten Seiten im Internet, obwohl das Unternehmen erst im Jahr 2004 gegründet wurde. Alleine in Deutschland sind mehr als 20 Millionen Menschen innerhalb des sozialen Netzwerkes aktiv. Dies entspricht rund einem Viertel der Gesamtbevölkerung. Die aktiven Mitglieder nutzen Facebook hauptsächlich, um mit Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern in Verbindung zu bleiben und sich gegenseitig über Neuigkeiten zu informieren. Gleichzeitig spielen aber auch konkrete Produktempfehlungen und Einkaufstipps eine immer wichtigere Rolle auf Facebook.
Dies ist der Grund dafür, dass die Plattform vor allem für Online-Händler, immer interessanter für die Unternehmenskommunikation wird. Mehr als 90 Prozent aller Facebook Mitglieder sind zwischen 14 und 49 Jahren alt und gehören damit einer Zielgruppe an, die besonders empfänglich für Werbung und besonders konsumorientiert ist. Außerdem zeigen aktuelle Studien, dass Facebook Nutzer im Durchschnitt per Internet mehr Geld ausgeben als Verbraucher, die nicht im sozialen Netz organisiert sind. Welche Möglichkeiten bietet Facebook erfolgsorientierten Online-Händlern, um das Netzwerk für ihre unternehmerischen Ziele zu nutzen? Der folgende Beitrag stellt vier bewährte Strategien und Techniken zur Unternehmenskommunikation per Facebook vor und erläutert die jeweiligen Vorteile.
Kontakte mit Anhängern, Freunden und Fans pflegen: Die Facebook Fanpage
Jeder der schon einmal mit Facebook zu tun hatte, kennt den berühmten „Gefällt-mir-Button“. Dieser steht grundsätzlich im Zusammenhang mit einer sogenannten Facebook Fanpage. Eine solche Seite lässt sich mit wenigen Klicks und Eingaben einrichten und bietet den Fans und Anhängern einer Marke, eines Shops, eines bestimmten Produktes oder eines Anbieters die Möglichkeit, sich miteinander zu vernetzen und künftig Informationen aus erster Hand zu erhalten. Die Mitgliedschaft auf Facebook Fanpages erfreut sich bei den Mitgliedern großer Beliebtheit. Bekannte Marken bringen es auf ihren Fanpages auf mehrere Millionen Fans. So verfügt die Seite von Coca Cola bei Facebook beispielsweise über mehr als 25 Millionen Anhänger.
Für Online-Händler bietet die Facebook Fanpage eine ausgezeichnete Möglichkeit, um mit Interessenten und Kunden im regelmäßigen Austausch zu stehen. Eine entsprechende Seite kann kostenlos und mit wenig Aufwand eingerichtet werden. Durch einen „Gefällt-mir-Button“ auf den Shopseiten erhalten interessierte Facebook Mitglieder die Möglichkeit, der Seite beizutreten. Wichtig ist, dass der Betreiber der Fanpage seine Interessenten und Kunden durch regelmäßige und interessante Postings mit hochwertigen Inhalten versorgt. Veränderungen im Shop oder im Sortiment, neue Marken und Kooperationen oder besondere Aktionen und Rabatte bieten hierbei einen guten Anlass, um die eigenen Fans auf dem Laufenden zu halten. Diskussionen und Gespräche, die sich hierdurch unter den Anhängern ergeben, können ideal genutzt werden, um Kompetenz zu zeigen und die eigenen Angebote immer wieder ins rechte Licht zu rücken. Zu werblich sollte es auf der Fanpage dabei allerdings nicht zugehen, sonst kann der Online-Händler mit Facebook kein Geld verdienen. Stattdessen müssen interessante Informationen mit einem deutlichen Mehrwert für die Verbraucher immer im Vordergrund stehen.
Eigene und fremde Facebook Gruppen zur Kundengewinnung und Umsatzsteigerung nutzen
Eine gute Alternative zu einer eigenen Fanpage bietet die Facebook Gruppe. Hier geht es weniger um eine bestimmte Marke oder einen speziellen Anbieter sondern eher um ein interessantes Thema, ein gemeinsames Interessengebiet oder ein leidenschaftlich betriebenes Hobby. Auch die Einrichtung einer Facebook Gruppe kann mit wenig Aufwand bewerkstelligt werden. Hierbei sollte man sich für ein Thema entscheiden, das möglichst eng mit den Schwerpunkten im eigenen Shop verbunden ist. Der Betreiber der Gruppe kann diese Plattform jetzt nutzen, um interessante Informationen zu streuen, Gespräche zwischen den Gruppenmitgliedern zu forcieren oder auf besonders attraktive Angebote oder Aktionen aufmerksam zu machen. Auch hier darf die Werbung allerdings keinesfalls Überhand nehmen, da sich Gruppenmitglieder ansonsten abgestoßen fühlen können und die Gruppe wieder verlassen. Wer die Facebook Gruppe stattdessen nutzt, um seine Kompetenz zu zeigen und Gruppenmitgliedern mit hilfreichen Tipps und Ratschlägen weiterzuhelfen, der kann durchaus auch von Zeit zu Zeit auf seinen Shop oder auf konkrete Angebote hinweisen.
Die dauerhafte Pflege und Betreuung einer Gruppe verlangt dem Online-Händler ein gewisses Maß an Engagement und Zeit ab. Wer ähnliche Effekte mit weniger Zeiteinsatz erzielen will, der kann sich alternativ darauf beschränken, in fremden Gruppen mit passenden Themen Aktivitäten zu entwickeln. Diese lassen sich durch die Eingabe entsprechender Suchbegriffe bei Facebook schnell ausfindig machen. Während der Beitritt zu einer Gruppe in einigen Fällen per Mausklick erfolgt, muss die Mitgliedschaft in anderen Gruppen erst durch einen Administrator freigeschaltet werden. Sobald dies geschehen ist, kann sich der Online-Händler in der jeweiligen Facebook Gruppe mit eigenen Postings einbringen oder sich an bereits bestehenden Gesprächen und Diskussionen beteiligen. Auch hier gilt, dass allzu plumpe und häufige Werbung nicht gerne gesehen ist. Setzt man stattdessen auf handfeste Informationen, nützliche Ratschläge und hilfreiche Tipps, dann finden andere Gruppenmitglieder mit der Zeit ganz von selber heraus, dass sich hinter dem Mitglied ein Händler verbirgt, über dessen Angebote sie sich auch ohne plakative Werbung gerne informieren.
Produkte direkt bei Facebook Verkaufen: F-Commerce auf dem Vormarsch
Facebook Fanpages und Facebook Gruppen dienen vor allem der Bekanntmachung eigener Shops und eigener Marken. Hier haben Online-Händler die Möglichkeit, tragfähige Verbindungen zu Interessenten und Kunden aufzubauen und zu pflegen und auf diese Weise auf längere Sicht zusätzliche Umsätze zu generieren. Verfügt man bereits über eine stark frequentierte Fanpage mit vielen Anhängern, dann kann man sich zusätzlich mit dem direkten Verkauf von Produkten über Facebook beschäftigen. Fachleute bezeichnen diese noch vergleichsweise neue Form des Online-Handels als F-Commerce. Hierbei wird zwischen zwei grundlegenden Modellen unterschieden: Zum einen bieten meist kostenlose Tools die Möglichkeit, Produkte und Angebote auf Facebook Seiten darzustellen. Entscheidet sich ein Facebook Mitglied zum Kauf, so führt ihn ein Klick auf das Angebot in den Online-Shop des Betreibers, wo er durch den Einkaufsprozess geleitet wird. Zum anderen sind mittlerweile aber auch vollintegrierte Shopping-Module verfügbar, bei denen die komplette Kaufabwicklung auf Facebook selber abläuft. Hierzu sind aufwendige Programmier- und Integrationsschritte erforderlich, so dass entsprechende Anwendungen mit hohen Entwicklungskosten verbunden sind.
Online-Händler, die bereits über eine starke Facebook Präsenz verfügen, sollten den direkten Verkauf von Produkten innerhalb des sozialen Netzes in Erwägung ziehen. Experten rechnen damit, dass der F-Commerce künftig ein Potenzial erreichen wird, das mit dem Produktverkauf über Amazon oder eBay vergleichbar ist.
Werben in ausgewählten Zielgruppen: Facebook Ads verhindern Streuverluste
Mit den Facebook Ads bietet das soziale Netz eine weitere Möglichkeit zur Unternehmenskommunikation innerhalb des sozialen Netzwerks. Es handelt sich hierbei um eine Form der Anzeigenwerbung, die große Ähnlichkeit mit den weit verbreiteten Google Ads aufweist. Ein entscheidender Unterschied besteht jedoch darin, dass Werbetreibende bei Facebook Ads die Zielgruppe einer Kampagne exakt bestimmen können. So lassen sich Kriterien wie Alter, Geschlecht, Herkunft, Ausbildung oder Interessen gezielt festlegen, bevor eine Kampagne gestartet wird. Streuverluste, wie sie bei Google Ads vorkommen, können so deutlich reduziert werden.
Die Erstellung einer Anzeigenkampagne auf der Basis von Facebook Ads erfolgt in wenigen, einfachen Schritten. Hierzu wird zunächst eine Anzeige konzipiert und erstellt. Im nächsten Schritt folgt die Definition der Zielgruppe und die Festlegung eines maximalen Budgets. Die Abrechnung erfolgt wahlweise auf Basis der Impressions oder der Klicks. Verschiedene Analyse- und Berichtswerkzeuge erlauben es dem Werbetreibenden, den Erfolg seiner Kampagne regelmäßig zu kontrollieren und die Anzeige und die Zielgruppendefinition im Laufe der Zeit zu optimieren. Allerdings sollte man bei der Planung und Konzeption berücksichtigen, dass die meisten Facebook Mitglieder die Plattform besuchen, um ihre privaten Kontakte zu pflegen und vor diesem Hintergrund unter umständen weniger empfänglich für Werbeeinblendungen sind, als dies bei Google Nutzern der Fall ist.
Die gewerbliche Nutzung von Facebook: Marketing Strategien für den Online-Handel
Eine konsequente Unternehmenskommunikation über Facebook lohnt sich vor allem für Online-Händler. Die Einstiegsbarrieren sind hierbei sehr niedrig. Mit wenigen Klicks und Eingaben lassen sich das persönliche Profil, eine Facebook Fanpage oder eine Facebook Gruppe einrichten, ohne dass hierbei Kosten entstehen. Auch einige F-Commerce Applikationen stehen Internet-Händlern kostenlos zur Verfügung. Nur der Einsatz vollintegrierter Verkaufsplattformen und die Nutzung von Facebook Ads sind mit Kosten verbunden. Allerdings sollten sich Online-Händler vor dem Start ihrer Facebook Aktivitäten vor Augen führen, dass ein entsprechendes Engagement mit einem gewissen zeitlichen Aufwand verbunden ist. Fanpages und Gruppen müssen regelmäßig und konsequent gepflegt und betreut werden, wenn sie den gewünschten Effekt erzielen sollen. Vernachlässigt man eine einmal begonnene Unternehmenskommunikation auf Facebook, dann können sich mangelndes Engagement und geringe Zuverlässigkeit schnell herumsprechen. Die geplanten Ziele verkehren sich dann ins Gegenteil und schädigen nachhaltig den Ruf des Händlers. Vor diesem Hintergrund müssen ausreichende Zeit und angemessene Ressourcen sorgfältig eingeplant werden, bevor man mit den Facebook Aktivitäten beginnt.
In seiner aktuellen Ausgabe (Nr. 95, September 2011) beschäftigt sich das bekannte Online-Magazin INTERNETHANDEL ausführlich mit den verschiedenen Möglichkeiten der Unternehmenskommunikation auf Facebook. Unter dem Titel „Geld verdienen mit Facebook“ steht interessierten Lesern eine Schwerpunktstory zur Verfügung, die Schritt für Schritt in das Facebook Marketing für Online-Händler einführt und die zahlreichen Möglichkeiten zur Kundengewinnung, Kundenbindung und Umsatzsteigerung in verständlicher und leicht nachvollziehbarer Weise vorstellt. Aufmerksame Leser werden so in die Lage versetzt, komplexe Facebook Kampagnen zielgerecht zu planen und erfolgreich umzusetzen. Durch die Einbeziehung der sozialen Netze eröffnen sich im E-Commerce interessante Optionen, die entsprechend aufgestellten Händlern zu mehr Kunden und höheren Umsätzen verhelfen. Besonders interessant: Viele der dargestellten Maßnahmen lassen sich ohne Investitionen umsetzen und verlangen den Händlern keine sonderlichen Vorkenntnisse ab.
Über INTERNETHANDEL:
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